Sichere Bindungen, das Fundament für eine gesunde Entwicklung.

Die ersten Bindungspersonen für ein Kind sind die Eltern. Durch eine sichere Erstbindung erhält das Kind Urvertrauen. Geborgenheit, Nähe und Zuwendung sind Grundbedürfnisse des Kindes, um eine neue Umgebung erkunden zu können. Bildung und Bindung gehen Hand in Hand. Fühlt sich ein Kind sicher, kann es Impulse von außen aufnehmen, verarbeiten und darauf reagieren. Kleinkinder können sich an mehrere Bezugspersonen binden. Dazu benötigt es Zeit und Einfühlungsvermögen damit die Beziehung wachsen und sich festigen kann. Der Besuch einer Kinderkrippe ist ein Ereignis, welches das Kind, die Eltern als erste Bindungsperson und die Fachkräfte miteinbezieht. Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist für einen neuen Beziehungsaufbau wichtig.

 

Aufnahmegespräch

In der Kinderkrippe werden Kinder ab dem 12. Lebensmonat bis zum 3. Lebensjahr aufgenommen.

Erstes Kennenlernen, Austausch über die Gewohnheiten des Kindes (Vorlieben, Spielverhalten, Ess- und Schlafverhalten), Tagesstruktur der Krippe, pädagogische Ansätze, Ablauf der Eingewöhnung

 

Eingewöhnung
Die Eltern begleiten ihr Kind in den ersten Tagen bei uns in der Einrichtung. Die Begleitung der Eltern vermittelt den Kindern Sicherheit, Vertrauen und gibt Orientierung. Mit Blick auf das Kind entscheiden Fachkräfte und Eltern gemeinsam den Zeitpunkt für die erste Trennungsphase. Die Dauer der Anwesenheit des Kindes in der Kinderkrippe steigert sich nach und nach bis zur gewünschten Buchungszeit.
Die Gestaltung der Eingewöhnung orientiert sich an den Bedürfnissen und den Wohlbefinden des Kindes und den Eltern und ist somit sehr individuell.

 

Tagesstruktur

In der Kinderkrippe ist ein strukturierter und immer wiederkehrender Tagesablauf mit festen Ritualen wichtig. Die Kinder können dadurch bekannte Abläufe wiedererkennen und sich daran orientieren. Im Laufe des Tages wechseln sich Spielzeiten, gemeinsame Essenszeiten, Pflegesituationen sowie Schlafens- und Ruhezeiten ab.

 

Pädagogischer Ansatz

"Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt. Wenn wir ihm bei der Lösung aller Aufgaben behilflich sind, berauben wir es gerade dessen, was für seine geistige Entwicklung das Wichtigste ist. Ein Kind, das durch selbstständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen als eines, dem die Lösung fertig geboten wird."
(Emmi Pikler)


Bewegungsentwicklung

Jedes Kind besitzt ein Zeitmaß für seine individuelle Entwicklung.

Durch die Eigeninitiative des Kindes kann es sich frei nach seinen Interessen und Fähigkeiten entfalten. Jedes Kind erforscht mit allen Sinnen aktiv seine Umgebung. 

Im Rahmen der Pikler-Pädagogik stehen den Kindern in unserer Einrichtung Podeste, Dreiecke, Kriechtunnel und schiefe Ebenen zur Verfügung. Diese Elemente lassen sich leicht in den Gruppenraum integrieren und bieten durch ihre vielfältige Gestaltungsweise für jedes Alter Spiel- und Bewegungsanreize.
Bei den wiederkehrenden Erfahrungen gewinnt das Kind an Bewegungssicherheit und wird bestärkt sich mit Freude und Neugier neuen Herausforderungen zu stellen.


Das Spiel des Kindes

Im Spiel setzt sich das Kind mit seiner Umwelt aktiv auseinander. Mit Freude und Interesse am Spiel betrachtet und erkundet das Kind Gegenstände. Mit Augen, Händen und Mund lernen die Kinder die Materialien kennen. Sie fühlen, drehen, wenden, ... die Utensilien und gewinnen erste Erkenntnisse über deren Eigenschaften (Form, Größe, Gewicht).

Wir schaffen hierfür genügend "Frei-Raum" in unseren Tagesablauf. Durch ausgewähltes, abwechslungsreiches und vorbereitetes Spielmaterial wecken wir die Spielfreude der Kinder.


Ruhephasen im Alltag

Jedes Kind hat seinen eigenen Schlafrhythmus und Schlafgewohnheiten. Im Schlaf verarbeiten die Kinder die Eindrücke des Wachseins und schöpfen neue geistige und körperliche Kräfte. Während des Tages bieten Körbchen, Kissen und Höhlen kleine Erholungs- und Entspannungspausen. Damit das Kind das Schlafen als ein angenehmes Erlebnis empfindet achten wir auf bereits vom Elternhaus vertraute Rituale.


Pflege

Alle Pflegesituationen sind ein intensives Erlebnis zwischen dem Kind und der Fachkraft in einer 1:1 Situation. Hier erfährt das Kind Wertschätzung, Zuwendung und Nähe. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes (wie z.B. Mithelfen wollen) wird einfühlsam eingegangen. Interaktion und Kooperation entsteht bei der sprachlichen Begleitung der Pflegesituation und trägt zum Aufbau und Festigung der gegenseitigen Beziehung bei. Somit wird die Körperpflege zu einem Moment der Freude.


Essen in der Kinderkrippe

Die Nahrungsaufnahme ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Das gemeinsame Essen an einem selbstgedeckten Tisch, in einer entspannten und ruhigen Atmosphäre schafft Sicherheit und Verlässlichkeit. Die Mithilfe beim Tischdecken stärkt die Selbststänigkeit, zudem werden die Kinder während des Essens individuell in ihrem Tun begleitet. Jedes Kind darf sich die Zeit nehmen, die es zum Essen braucht. Wir achten darauf, das das Essen gesund und abwechslungsreich ist.